:: Bergtour 2007

 

Großglockner (3.798m ü. NN)
18.08. - 21.08.2007

 

Warum zum Großglockner

Der Großglockner ist mit seinen 3798 m der höchste und dazu einer der schönsten Berge Österreichs. Also zwei gute Gründe, ihn sich einmal aus der Nähe anzuschauen.

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Reisebeginn / 1.Tag, Samstag, 18.08.2007:

Am 17. August 07 war es wieder soweit: Der Berg rief.

Schreiber Ingo:
Diesmal machten Andy, Ingo, Ralli und Wiebi sich auf den Weg nach Kals zum Großglockner. Nachts um 00:00 Uhr ging’s in Münster am HBF los. Als erster ist der Andy gefahren. Klar: In Münster hat er bereits den ersten Umweg gefahren.
Was sagt uns das: Andy’s Heidi hat genauso wenig Ahnung vom Verkehr wie Andy!
Und Wiederholung: Andy fährt anstatt auf die BAB 1 einfach auf der BAB 43 weiter. Da stellt sich die Frage: Warum musste ich (Ingo) eigentlich nach Münster kommen, wenn der Andy sowieso bis Senden fährt ? !

Schreiber Andy:
Nachdem Ingo seine mit Liebe gebratenen Frikadellen ausgepackt hatte, war für alle anderen Mitreisenden an Schlaf nicht mehr zu denken. (sorry, Janina, war nicht bös gemeint !) Als Ralli das Steuer des LUXUS-WAGENS übernommen hatte, durften alle noch eine ausgiebige Sightseeing-Tour durch die alten Urlaubsgefilde von Ralf genießen. Ralf hatte zu jedem Strohhalm und jedem Frosch eine Geschichte auf Lager. Nach einem kurzen Frühstück in Stuhlfelden waren wir um ca. 09:45 Uhr am Lucknerhaus, 1.920 m. Hier konnten wir unser Frühstück wider „wegbringen“ und unsere Wechselkleidung deponieren. Nachdem wir uns umgezogen hatten, waren wir um 10:20 Uhr in Kals und waren...


BEREIT FÜR DEN BERG
 

Der Aufstieg zur Stüdlhütte, 2802 m, über das Teischnitzkees ging besser als erwartet. Die Tour war wirklich nicht besonders kräftezehrend und war einfacher als auf die Zugspitze. Wir bewältigten so 1.200 Höhenmeter in fast 3 Stunden.



Nebelschwaden auf dem Weg zur Stüdlhütte

 

Unser Bergführer Andreas meldete sich am Abend und informierte uns, dass das Wetter und der „Gipfel-zustand“ nicht optimal seien. Dennoch war er der Auffassung, den Gipfelanstieg weiter zu verfolgen.

Schreiber Ingo:
In der Stüdlhütte angekommen, müssen wir wohl einer Hochzeit beigewohnt haben: Das Essen war einfach sensationell. Ein 5*-Essen ist ein dreckiger Schiss dagegen.

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2. Tag: Sonntag, 19.08.07:

Schreiber Ingo:
Gegen 06:00 Uhr sind wir aufgestanden.
Die Nacht verlieg einigermaßen gut. Ralf schlief wie immer sofort ein und bekam nichts mehr mit. Wiebi beschwerte sich zuerst über die Ohropax. Nach ca. 15 Min. hat der die Dinger dann richtig angewendet. Dann klappte es auch mit dem schnarchenden Nachbarn Ralf. Andy hat die ganze Nacht Wache gehalten. Angeblich hat er gar nicht geschlafen. Als ich allerdings des nachts 2 mal wach wurde, schnarchte Andy wie ein kleines Kätzchen. Also, der hat auch geschlafen.

Nach einem reichhaltigen und ausgiebigen Frühstück waren wir zum Nichtstun verdonnert.


Die Stüdlhütte auf 2.0802 m

 

Andreas, unser Bergführer, sollte erst gegen Mittag eintreffen.
Zu Beginn des Morgens konnten wir uns die Zeit noch vertreiben. Andy und Wiebi gingen auf einen „kleinen Berg“,
Fanatkogel oder Blaue Wand, 2.906 m, bis ca. zur Hälfte hoch, um den Ausblick zu genießen. Ralf und ich machten
dieselbe Tour nach einem kleinen Vormittagsschläfchen.
Wir gingen allerdings bis ganz hoch auf die Blaue Wand: Super Aussicht, da das Wetter morgens wunderschön war. Sonne und klarer Himmel. Die Berge um die Stüdlhütte waren klasse anzuschauen. Auch unser Ziel, der Großglockner, war zu erkennen. Er baute sich majestätisch hinter dem leider immer kleiner werdenden Gletscher auf. Die Aussicht war grandios.


Vom Gipfel der „blauen Wand“ konnte uns Ingo bei tollstem Wetter unser Ziel zeigen:
Der Großglockner, 3.798 m !
 

Ich ging etwas den Berg ab. Ralf blieb noch, um die Ruhe und Aussicht zu genießen. Unten angekommen, machte sich dann ein wenig Lagerkoller breit, da wir nicht ohne Bergführer nicht über den Gletscher hoch konnten.
Endlich: Gegen 12:00 Uhr war Andreas, der Bergführer da. Nach einer kurzen Rast ging es dann endlich los. Zuerst noch über Trampelpfade, dann kurz darauf auch schon auf den Gletscher. Auf dem Gletscher legten dann die Klettergurte an. Der Bergführer seilte alle an, so das die Karawane in ca. 5-Meter-Abständen über den Gletscher ging. Das Tempo war super. Der Bergführer vornweg, dann Ingo, Ralf, Wiebi und Andy am Ende. So ging es über Schnee und Eis bis zum Klettersteig, der uns zum nächsten Etappenziel, der Erzherzog-Johann-Hütte, 3.454 m, bringen sollte.


…den Weg von der Stüdlhütte auf die Erzherzog-Johann-Hütte, 3.454 m über den Gletscher…



…meisterten wir als angeseilte Karawane
 

Komisch war nur, dass ich strafversetzt wurde. Ich musste um zwei Positionen nach hinten. Hatte ich etwas angestellt??? Vielleicht waren es auch nur die zahlreichen Frösche, die auf dem Weg lagen (das Thema Frösche wurde im Tourenbericht auf die Zugspitze 2006 bereits erläutert, so dass wir hier nicht mehr darauf eingehen müssen.
Nachdem wir den Gletscher überquert hatten, kam ein heftiger Klettersteig, den wir alle gut gemeistert haben.
Vielleicht war es auch gut, dass das Wetter etwas schlechter wurde. So waren die teils sehr steilen Berghänge, an denen wir vorbeikamen, nicht so gut zu erkennen. Alles in allem war auch dieser Klettersteig supertoll.


Der Beginn des Klettersteigs zur Erzherzog-Johann-Hütte !

 

In 2 ½ Stunden hatten wir die 652 Höhenmeter überwunden und unser heutiges Ziel erreicht. Andy, der Bergführer, war wohl mit uns zufrieden, wir waren deutlich schneller, als die angepeilten 3 Stunden gewesen. Durchgeschwitzt und etwas abgekämpft waren wir da. Nach einer kurzen Pause und dem Beziehen des Nachtlagers stärkten wir uns alle bei leckerem Apfelstrudel und Getränke, um dann auch noch ein paar Vorbereitungen für den nächsten Tag, dem eigentlichen Ziel, zu treffen. Die notwendigen Steigeisen wurden für alle vom Bergführer eingestellt.


…beim Anprobieren der Steigeisen

 

Danach, na was wohl, Pause mit ein bisschen Bubu. Alle konnten schlafen, nur ich nicht. Ohhhhh. (Schreiber Wiebi). Also nahm ich mir unser Berichtsheft und schrieb diese Zeilen nieder. Meine Gedanken gehen aber auch schon in Richtung Gipfel. Anstrengend wird dies bestimmt noch. Wir alle haben dazu nur einen Wunsch: hoffentlich ist das Wetter einigermaßen.

Abends konnten wir uns noch bei einem leckeren Abendessen und ein paar Getränken mit dem Bergführer über Dieses und Jenes unterhalten. Kennen gelernt haben wir auch noch einen älteren Herren, der sich hier oben für seine geplante Tour auf den Kilimandscharo vorbereitet. In dem Alter: alle Achtung.
Gegen 21:00 Uhr liegen wir in der Pofe.

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3. Tag, Montag, 20.08.07:

Es war eine Scheiß-Nacht !
Die Gerüche in dem Matrazenlager waren unbeschreiblich. Irgendwie eine Mischung aus Schweiß, ungewaschenen
Menschen, Stinkfüße, verbrauchte Luft und jede Menge Fußpilz. Erstaunlich war nur, dass diese Luft die untere Ebene, in der Ralf, Wiebi und ich lagen, erreichte. Andy hat angeblich gut geschlafen. Dieser Duftmix muss wohl schwerer als Luft sein. Dieses sollte mal chemisch untersucht werden (hä?). Wiebi veranlasste diese bezaubernde Luft auf jeden Fall dazu, die gesamte Nacht im Kopfstand zu verbringen. Anders war für mich seine Übelkeit (Magen bis zum Kehlkopf) nicht zu erklären.
Ich konnte wieder nicht gut schlafen. Ralf wie immer, gut. Am Morgen entschieden wir uns, bzw. unser Bergführer, es doch mit dem Aufstieg zu versuchen. Hierzu muss noch erwähnt werden, dass es über Nacht ca. 15 cm Neuschnee gegeben hat. Gegen 07:30 Uhr machten sich Bergführer Andy, Ralf, Andy und ich auf den Weg. Wiebi konnte nicht, er hat sich noch mal hingelegt.

Mit wetterfester Kleidung, Steigeisen, Klettergurt und Seil liefen wir als Karawane hinter dem Bergführer her. Zuerst über zugeschneites Gestein, dann über den Gletscher. Bei heftigem Schneefall war die Sicht nicht mehr so gut. Vielleicht war das auch gut so, denn ich möchte gar nicht wissen, wie tief es teilweise bergab ging. Aber wir müssen sagen, dass wir dem Bergführer Andy immer ein sicheres Gefühl hatten. Das eine oder andere Mal rutschten Randy und ich mal weg, wir sind eben keine Gämsen, wie unser Bergführer.


… optimistische Gesichter beim versuchten Gipfelaufstieg !

 

Nach dem Gletscher ging es richtig zur Sache. Mir wurde die volle Konzentration und Kraft benötigt. Bergführer hoch, anbinden, wir drei hinterher. So ging es bei immer heftigerem Schneetreiben und aufkommenden Wind bergauf. In der Ferne hörten wir auch Donner. Dieses sollte dann später noch ausschlaggebend für die Tour sein, denn kurz unter dem Kleinglockner, ca. 50 Höhenmetter tiefer beschloss der Bergführer umzukehren, da die Metallstangen im Fels eingeschlossen, anfingen zu „singen“. Aufgrund der elektrischen Entladungen im Himmel. Es wurde also höchste Zeit, zurückzukehren. Immerhin hatten wir wohl eine Höhe von ca. 3.700 m erreicht.
Auf dem Rückweg kamen uns zwei Polen entgegen, die noch auf den Gipfel wollten. Da die beiden teilweise keine Steigeisen, nur bessere Turnschuhe, und kein Seil dabeihatten, wurden die beiden von allen aufgefordert, zurückzukehren, da es viel zu gefährlich sei. Es kam so, wie es kommen musste:

Schreiber Wiebi:
Nachdem ich vom Hüttenwirt einige Tabletten gegen die Magenprobleme erhalten hatte, ging es mir nun wieder besser. Als die vier wieder zur Hütte zurückkehrten, sah man ihnen die Plackerei an. Kurze Zeit später ging bei dem Hüttenwirt der Erzherzog-Johann-Hütte ein Notruf ein: Die beiden Polen also. Nach kurzem Gespräch ging unser Bergführer mit einem weiteren Bergführer und dem Hütten wird auf zur Bergung der beiden Polen. Nach 1 ½ Stunden kamen alle zum Glück heil wieder.
Gegen 11:30 Uhr hieß es für uns nun wieder: langsam wieder heimwärts. Spannend war der Abstieg mit Steigeisen durch das Schneetreiben wieder über den Klettersteig zurück zur Stüdlhütte. Somit hatte ich auch keine Zeit, über meine Magenprobleme nachzudenken.


…kurze Rast für ein Foto beim Abstieg über den Klettersteig mit Steigeisen und reichlich Schnee !

 

Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter runter über das Ködnitztal über die Lucknerhütte zurück zum Lucknerhaus. Da Ingo und Andy krampfhaft versuchten, das Tempo vom Bergführer Andreas mitzuhalten, genossen Ralf und ich die schöne Aussicht und ein leckeres Radler an der Lucknerhütte. Im Nachhinein war es auch besser sich zu trennen:
Nachdem Ingo und Andy vom Bergführer zum Parkplatz gefahren wurden, stellten sie schnell fest, dass der letzte Fahrer (Ralli) wohl das Standlicht angelassen hatte und somit die Batterie fast vollkommen leer war.


Blick über das Ködnitztal !

 

Dank eines hilfsbereiten Pärchens konnte der Wagen schnell überbrückt werden und der Fahrt zum Lucknerhaus stand nix mehr im Weg.Dort konnten nun endlich nach 3 Tagen endlich wieder unter die Dusche !!! Ralf genoss sein Einzelzimmer mit seinem alltäglichen Mittagsschlaf. Nach einigen Hefeweizen ging es dann gegen 22:30 Uhr ins Bett. Abfahrt Richtung  Heimat war gegen 09:00 Uhr am nächsten Morgen. Auf dem Rückweg hat Ingo noch einige Panoramfotos aus dem Auto Richtung „Wilder Kaiser“ geschossen. Durch Andys Fahrweise musste Ingo sein ganzes Können an der Kamera zeigen.

Aber warum eigentlich: Hat Ingo hier schon den nächsten Berg für die Klettertour 2008 ausgemacht ???

Wir werden es erfahren, wenn es wieder heißt: DER BERG RUFT !!!


Der Großglockner (3798m), der höchste und einer der schönsten Berge Österreichs
 

Den Gipfel des Großglockners konnte leider von uns keiner erreichen wegen Wetter und Übelkeit. Aber irgend-wann werden wir auch an diesem Gipfelkreuz stehen !!!

Nachtrag vom Wiebi, nach dem Schreiben des Tourenberichts:
Sorry Ingo, ist nicht bös gemeint, aber Dein Tourenbericht war sehr, sehr ausführlich.

Oder auch: Ich hab mir die Finger wund getippt.

 

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